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JASON REYNOLDS: „24 SEKUNDEN AB JETZT“
Ausgerechnet auf einer Beerdigung haben sich Neon Benton und Aria Wright kennengelernt und sich sofort ineinander verliebt. Ein kläffender Köter war schauld, doch es geht weder um den noch um wilde Abenteuer und Verwicklunegn der beiden Teenager. Um was es sich dreht, ist pikant – das erste Mal. Und davon erzählt „24 Sekunden ab jetzt“ auf sehr originelle und vor allem auch authentische Weise. Obwohl US-Erfolgsautor Jason Reynolds im Untertitel „Eine ganz normale Liebesgeschichte“ ankündigt.Bei der der ohnehin etwas schüchterne Ich-Erzähler Neon jetzt aber vor einer gewaltigen Herausforderung steht: zwei Jahre sind sie nun zusammen und mit jetzt 17 sind sie entschlossen, „es endlich richtig zu tun.“ Aber nicht einfach so, denn Neon will dieses doch einmalige Ereignis nicht versauen. Dazu liebt er die schöne Aria viel zu sehr und es soll ja nichts kaputt gehen zwischen ihnen. Entsprechend hypernervös rennt er jetzt erst einmal ins Badezimmer. Ganze 24 Sekunden bis zur Umarmung...Doch diese Geschichte ist kein bisschen voyeuristisch oder gar pornografisch. Und so folgt dem Auftakt in der Jetzt-Zeit ein raffinierter Rückblick im Schnelldurchlauf: was noch vor 24 Minuten war, vor 24 Stunden, vor 24 Tagen, vor 24 Wochen und schließlich den gesamten 24 Monaten ihrer bisherigen Liebesgeschichte.Man lernt die Beiden immer besser kennen, jedoch auch ihre sehr verschiedenen Familien und Lebenswelten. Wie sie dennoch immer inniger zusammenrückten, andererseits aber auch ihre Freunde kennenlernten. Während Aria Stress mit ihren reichlich ehrgeizigen Eltern hat, soll Neon in Vater Bingo-Geschäft einsteigen. Neon hat gerade zu dem bevorstehenden Wagnis das Glück sehr offenherziger Berater. Ausgerechnet seine ältere Schwester spricht es offen aus, die wohl köstlichste Passage findet sich jedoch bei einem Frühstück in einem Restaurant – mit seiner Mutter!Spricht die doch ganz offen über derartige „Vorgänge“, über angemessene Verhaltensweisen und explizite Details. Ach, wie peinlich und doch so herzhaft und hilfreich. Geschrieben aber ist das alles irgendwie beinah poetisch und zugleich sehr lebensnah. Ist ja auch ein besonderer Moment im Leben und – natürlich kommt Ich-Erzähler Neon ganz zum Schluss in die Gegenwart der gewissen 24 Sekunden zurück. Ganz dezent. Fazit: ein klasse Buch für jegliche Teenager und vermutlich auch hilfreich für deren Seelenlage im Falle des Falles. Nur der Schlusssatz „PS: Auch schwarze Jungs haben Liebesgeschichten verdient“ ist irgendwie völlig überflüssig, denn Hautfarben spielen hier überhaupt keine Rolle.

# Jason Reynolds: 24 Sekunden ab jetzt (aus dem Amerikanischen von Anja Haaren-Schmidt); 189 Seiten, Klappenbroschur; dtv Verlag, München; € 16WOLFGANG A. NIEMANN (wan/JULIUS)