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NIELAND/KROHN: „GESPENSTERZENTRALE“
Yunis ist sauer, denn seine Eltern sind mit ihm aus beruflichen Gründen ins ferne Berlin gezogen. Auch das große neue Zimmer in der geräumigen Altbauwohnung kann den Zwölfjährigen da nicht trösten. Und dann geschehen auch noch seltsame Dinge mit Unordnung und Verschmutzungen und jedes Mal verdächtigen die Eltern ihn.Damit beginnt „Gespensterzentrale“, das neue Kinderbuch von Wiebke Nieland und Anne-Dore Krohn mit vielen witzigen Illustrationen von Barbara Jung. Dabei stößt Yunis recht bald auf den Verursacher des Chaos: das Gespenstermädchen Lotte. Sehr blass und in altmodischen Kleidern und mit weißer Schürze sitzt sie auf einmal auf seinem Bett. Mit herrlich breiten Berlinerisch erklärt sie ihm, dass sie 1886 geboren wurde. Allerdings ist sie 1897 gestorben und geistert wegen der ungeklärten Umstände bis heute hier herum. Und sie muss unbedingt zurück in das Jahr, in dem von einem Automobil überfahren wurde.Dienstmädchen war sie in dem damals sehr vornehmen großen Haus, fleißig und beliebt. Bis ihm Haushalt eine wertvolle Brosche verschwand, die dann ausgerechnet in ihrem Korb gefunden wurde. Sie konnte gar nichts dafür, in ihrer Aufregung über die Beschuldigungen rannte sie jedoch auf die Straße und wurde prompt überrollt. Von Yunis verlangt die kecke Berliner Göre nicht weniger, als mit ihr auf Zeitreise ins Jahr 1897 zu gehen, um die Vorfall aufzuklären. Nur widerwillig lässt sich Yunis darauf ein und damit auf ein unerwartet spannendes Abenteuer.Tatsächlich gelingt den Beiden der Sprung zurück um 120 Jahre und die Aufklärung sorgt für aufregende Erlebnisse. Im alten Berlin fahren noch Kutschen, Gaslaternen beleuchten nachts die Straßen und Yunis staunt immer wieder, wie anders ganz vieles damals war. Ob und wie Yunis und Lotte den Fall klären können, soll hier nicht verraten werden. Allerdings, dass die Beiden ein wenig auf der Zeitreise geschummelt haben: die Walkie-Talkies aus der Gegenwart, die sie mitgenommen haben. Erweisen sich als sehr hilfreich.Eine ganz dicke Überraschung erleben die beiden Zeitreisenden dann noch bei ihrer Rückkehr, denn da steht das Nachbarmädchen Fritzi vor der Tür und bitte um Hilfe – auch sie hat ein Geisterproblem. Das jedoch aus den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts und das heißt: es wird Fortsetzungen geben! Dafür gründen Yunis und Lotte eine Gespensterzentrale und von der aus geht die nächste Reise los, wieder ebenso spannend wie lehrreich. Und darauf dürfen sich die jungen Leser ab 10 Jahre schon freuen, denn der nächste Band kommt bereits im Oktober heraus.

# Wiebe Nieland/Anne-Dore Krohn: Gespensterzentrale. Das Rätsel der Zeitreise; 137 Seiten, ill.; Tulipan Verlag, München; € 15WOLFGANG A. NIEMANN (wan/JULIUS)